Informationen und Hintergründe zum Projekt

Was ist Bildung für nachhaltige Entwicklung?

Unsere Welt steht vor großen Herausforderungen, vor ökologischen ebenso wie vor sozialen und ökonomischen. Ein „Weiter so“ geht nicht mehr. Doch wie geschieht der Wandel hin zu einer nachhaltigen Entwicklung? Wie lernt man zu unterscheiden, welche Entwicklungen für Mensch und Umwelt derzeit und zukünftig sinnvoll ist und welche nicht?

Bildung für nachhaltige Entwicklung – abgekürzt BNE – ernst zu nehmen, kommt einem Paradigmenwechsel gleich. Es verlangt ein Umdenken. BNE ist kein zusätzliches Schulfach oder zu integrierendes Thema, BNE vermittelt so genannte Gestaltungskompetenz, wie Expert*innen sagen. Es geht darum, vorausschauendes Denken zu erlernen und die Konsequenzen des eigenen Handelns zu berücksichtigen. Gelebte Beteiligungsformate und lösungsorientiertes Lernen sind Schlüsselelemente guter BNE.

Nachhaltig zu leben heißt, für die Zukunft wesentliche Probleme zu erkennen und zu lösen. Das ist nicht einfach, denn die Herausforderungen sind meist komplex. Es geht um Klima- und Umweltschonung genauso wie green economy, soziale Aspekte und den Zusammenhängen zwischen diesen Bereichen. Der erste Schritt ist das Hinterfragen: Kann ich nachverfolgen, aus welchem Stall das Fleisch kommt, das ich im Supermarkt kaufe? Sind Papiertüten, obwohl sie Bäume vernichten, die bessere Alternative als Plastiktüten? Woher stammt das T-Shirt, das ich kaufe? Der zweite Schritt ist herauszufinden, welchen Beitrag ich leisten kann, um ökologische und gesellschaftliche Bedingungen zu verbessern.

Was macht Deutschland, um BNE umzusetzen?

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) halten Regierungen weltweit für notwendig und wichtig. 2015 bis 2019 hat die UNESCO das internationale Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgerufen, dem sich Deutschland als „Key Partner“ verpflichtet hat: www.bne-portal.de

Die Bundesregierung hat unter Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im September 2015 eine Nationale Plattform BNE ins Leben gerufen. Hier arbeiten Entscheidungsträger*innen aus Politik, Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft an dem Ziel, Bildung für nachhaltige Entwicklung in den einzelnen Bildungsbereichen stärker  zu verankern. Der Nationalen Plattform arbeiten sechs Fachforen zu, die die Nationale Plattform mit Expertise unterstützen. Sie gliedern sich entlang der Bildungskette: frühkindliche Bildung, Schule, berufliche Bildung, Hochschule, informelles und non-formales Lernen/Jugend sowie Kommunen. Die Foren bündeln die Fachkompetenzen zum jeweiligen Thema. Sie erstellen Empfehlungen, Positionspapiere und Orientierungshilfen. In den vergangenen Monaten haben die Fachforen prioritäre Handlungsfelder und Ziele festgelegt, die nun mit Maßnahmen unterlegt werden sollen. Gemeinsam wird so ein Nationaler Aktionsplan erarbeitet.

In allen Fachforen sind Mitglieder der zehn Partnernetzwerke vertreten; sie sind daher ein wichtiges Bindeglied. Die Arbeitsgruppen der UN-Dekade BNE wurden als Partnernetzwerk von der Nationalen Plattform anerkannt und setzen ihre Arbeit fort. Damit tragen sie dazu bei, die Expertise und das Wissen der vergangenen zehn Jahre BNE in Deutschland in das Weltaktionsprogramm einzuspeisen.

Internationaler Rahmen

Das UNESCO-Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung wurde im Rahmen der Ziele nachhaltiger Entwicklung ausgerufen, die die Vereinten Nationen im Herbst 2015 für die gesamte Staatengemeinschaft verabschiedet haben. Es sind ehrgeizige Ziele, die universell gelten und erstmals alle Staaten als Adressaten in die Pflicht nehmen. Dies gilt als Meilenstein auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Entwicklung. Integraler Bestandteil der so genannten Sustainable Development Goals (SDGs) ist eine globale Bildungsagenda, für die die UNESCO im UN-System federführend ist. Das Bildungsziel innerhalb der nachhaltigen Entwicklungsagenda lautet: "Bis 2030 für alle Menschen inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen sicherstellen". Weitere Informationen: http://www.bne-portal.de/de/einstieg.

Die Gremien des Nationalen Aktionsplans